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Umarme Dich oder wieso definieren wir unseren Wert über unseren Körper

Gestern Abend habe ich mir Zeit genommen, den Film #embrace von Taryn Brumfitt und Nora Tschirner anzusehen. Der Film und die Botschaft dahinter hat mich sehr bewegt. Berührt. Bewegt deshalb, weil es doch tatsächlich so viele Frauen gibt, welche den Wert über den Körper  und ihr Aussehen definieren. Ich hatte jahrelang ebenfalls das Gefühl und zwischendurch ertappe ich den Gedanken noch bei mir: "Schlanke Frauen sind wertvoller und bessere Menschen als fülligere Frauen. Das ist doch eigentlich aus der Distanz gesehen, ein unmöglicher Gedanke. Der Film zeigt wundervoll auf, was uns vom Aussen täglich aufgezeigt wird - die Welt besteht nur aus wunderschönen Frauen mit perfekt geformten Körpern.  Entschuldigt dieses Wort - Bullshit! Es gibt so viele unterschiedliche Frauen wie es Menschen auf der Welt gibt.  Es gibt so viele wundervolle Frauen.

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Ich selber war nie ganz schlank. Schon als kleines Mädchen wurde ich von ersten Speckröllchen umarmt. Als Kind störte es mich nicht. Doch mein Umfeld. Von überall her hörte ich: "Mein Gott ist das Mädchen dick." Ich wurde regelrecht nur über mein Gewicht definiert. Es ging so weit, dass ich nicht tanzen gehen durfte. Dicke Mädchen tanzen doch nicht. Das ist schmerzhaft. Was geschah. Hemmungen und Zweifel haben durch all diese Erfahrungen enorm an Macht gewonnen. Es ging soweit, dass ich mich gar nicht mehr zeigen wollte. Das ist enorm schmerzhaft. Über diesen Wert definiert, hat mich das sehr lang begleitet. Der Glaube weniger Wert zu sein, hat sich stark bei mir verankert. 

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Der Film hat mich nochmals zurück an diesen Schmerz geführt. Gleichzeitig jedoch meine Selbstliebe unglaublich berührt. Meine letzte Diät liegt 6 Jahre zurück. Damals ist es mir extrem aufgefallen, wie Leute auf Dich reagieren - nur weil Du abnimmst. Ist das eine Leistung? Nach dem Film gestern und meiner eigenen Erfahrung ist für mich die.

Leistung viel mehr, wenn Frauen sich selbstbewusst der Welt zeigen und absolut bedingungslos zu sich stehen. So wie die Frauen im Film. Wir und ich auch.
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"Die grössere Leistung für mich, ist es vielmehr, wenn Frauen sich selbstbewusst der Welt zeigen
und bedingungslos zu sich zu stehen und sich lieben."
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Kein Körperwahn. Kein Körperkult. Sondern einfach pure Selbstliebe.

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Eine der Darstellerinnen in diesem Film hat es ganz wunderbar ausgedrückt: Stell Dich nackt vor den Spiegel, immer wieder und sag Dir: "Ich liebe Dich."
Am Anfang fällt es schwer. Unglaublich schwer. Doch es wird leichter. Viel leichter.  

Ich bin diesen Weg auch gegangen, bis vor den Spiegel. Ich habe noch bis vor kurzem selbst immer wieder meinen Bauch bekämpft. In Anwesenheit von schlanken Frauen habe ich mich schlecht gefühlt. Weniger Wert. Doch das durfte ich ablegen. Was ich getan habe? Ich habe meinen Bauch fotografiert. Mit einem wundervoll roten Lippenstift habe ich darauf geschrieben: "I love my Pancino" (zu Deutsch Bäuchlein (Italienisch). Das Foto habe ich einer sehr guten Freundin geschickt. Als Zeichen, dass ich zu mir stehe. Ihr glaubt nicht, was passiert ist. 

Ich habe mir das Foto angeschaut und dachte, der sieht ja richtig toll aus. So füllig, weich und glatt. Ich hatte plötzlich einen grossen Respekt vor meinem Bauch. Er ist die Zentrale meiner Gefühle und Emotionen. Er war das Zuhause für meinen Sohn. In ihm durfte mein Sohn aufwachsen. Entstehen. Und mir fällt nichts anderes ein, als ihn ständig zu bekämpfen. Schluss damit. In der Zwischenzeit habe ich zusätzlich angefangen, meinen Bauch bewusst zu berühren. Immer wieder. Zu massieren und ihn wertzuschätzen. Wenn ich mich im Spiegel anschaue, sehe ich eine wundervolle Frau im Frieden mit sich. Für mich ein unglaubliches Gefühl, weil ich mich angekommen fühle. Weil ich mich schön fühle. Nicht von Aussen - sondern von Innen. Ich darf einfach ich sein. Ich will nicht so aussehen, wie es das Aussen von mir erwartet. Ich will ich sein. 

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Das Leben ist absolut zu wertvoll und zu kurz, ständig einem Ideal hinter her zu rennen.

Liebe Frauen da draussen, liebt euch so - wie ihr seid. Es lohnt sich. Und öffnet euch für alles wunderbar wertvolle, das in euch steckt.

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Bekämpft nicht euren Körper - das ist, wie ihr euer eigenes Haus, in dem ihr euch sicher und geborgen fühlt, bombardieren würdet. Steht zu euch. In euer ganzen Vollkommenheit. Lasst euch nicht länger einreden, was ihr an euch verändern sollt. Sondern verbindet euch mit euch selber und beginnt JETZT gleich - euch zu lieben. 

Bedingungslos. 

 

Finden wir den Frieden mit uns - entsteht die Verbindung zu uns und zum Herz. Dies ist gleichzeitig das Codewort zum Herz. Zum Besten in sich. Nicht mehr bekämpfen was nicht gefällt, sondern akzeptieren was ist.

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"Aus den Schatten- und Sonnenseiten eines jeden einzelnen, entsteht das wunderbare Ganze -
nämlich DU." 

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Und der Schatz in Dir, darf sich zeigen. Unendlich kraftvoll.  

 

Das wünsche ich DIR. Jetzt. Umarme Dich.

 

Herzgruss und das Beste ist in Dir. 

Sandra Elsig 

Und hier noch der Link zum deutschen Trailer von "Embrace". 

https://www.youtube.com/watch?v=S7ouj7KCFxA