Von Eltern & Kindern oder Erwartungen loslassen und unsere Schatzkiste entdecken.

Ich hatte gestern die Möglichkeit von Stefan Hiene interviewt zu werden. Ein ganz wundervolles Interview. Der Trailer findet ihr HIER. Das Hauptthema war, seine eigene Schatzkiste zu entdecken und aus sich zu schöpfen. Diese Schatzkiste steckt in uns. Durch Erziehung, Werte und Erlebtes kann es jedoch passieren, dass die Schatzkiste verstaubt. Eventuell sogar begraben wird. Ein Teil davon tragen sicherlich die Eltern dazu bei. Nicht mit böser Absicht. Auf gar keinen Fall. Im Grundsatz handeln Eltern in der Regel immer aus Liebe.
Sie geben viel weiter, was sie als Kind als "Richtig" erlebt haben.

 

Das Problem das dabei jedoch entstehen kann ist, dass wir als Kinder in eine starke Abhängigkeit geraten und nach Aufmerksamkeit, Liebe und Lob lechzen. Wir wünschen uns das von niemandem so sehr, wie von unseren Eltern. Eine wahnsinnig starke Erwartungshaltung entsteht. Als ich mich gestern mit Stefan über dieses Thema unterhalten habe, ist mir / uns etwas wahnsinnig wichtiges bewusst geworden.

 

Wenn wir den Zugang zu unserer eigenen Schatzkiste finden - das Beste in uns entdecken, dann beginnt ein wundervoller Schöpfungsprozess. Das heisst, wir beginnen aus uns zu schöpfen. Diese ureigene Schöpfung von innen, befreit uns gleichzeitig vom Aussen. Sprich, in dem Moment gelingt es uns, all die Erwartungen ans Aussen loszulassen. Weil wir sie schlicht nicht mehr brauchen. 

 

Also mein erstes AHA.
Ich werde von meinem Umfeld nie genau die Reaktion (Erwartung) erhalten, welche ich mir so sehnlich wünsche.
Also mache ich ab sofort das, was MIR Freude bereitet. Ich folge meiner ureigenen Freude. 

Bei mir ist diese Freude die Kreativität. Ich habe endlich Zugang dazu erhalten. Unbeschränkten Zugang. Die Kreativität ist Inhalt meiner Schatzkiste. 

 

TIPP
(wie entdecke ich meine Freude?)

Sich selbst kritisch beobachten. Wo entsteht Freude bei mir? Wo spüre ich Freude überhaupt? Wie fühlt sich Freude bei mir an? Dies sind erste Schritte auf der Schatzsuche zu sich und seiner eigenen Schatzkiste. 

Mein zweites AHA. 

Wenn ich es schaffe (geschafft habe) diese Erwartungen loszulassen. Und mich selbst nähre. Dann gelingt es mir, die Erwartungskette zu durchbrechen. Will heissen, ich habe keine Erwartungen gegenüber meinem Kind. Wir als Eltern begleiten ihn auf seinem Weg. Schenken ihm Vertrauen in sich. Erwarten nichts von ihm. Der einzige Wunsch, ist, dass unser Kind stets seiner Freude folgen darf. 

 

Gerne zitiere ich den ganz wundervollen Auszug von Khalil Gibran "Eure Kinder sind nicht eure Kinder"

Von den Kindern.

Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.

Sie kommen durch euch aber nicht von euch, und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch nicht.

 

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigene Gedanken.

Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen.

Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

 

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.

Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile abgeschickt werden.

Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Lasst eure Bogen von der Hand des Schützen aus Freude gerichtet sein; Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.   

 

(Khalil Gibran aus "Der Prophet" in K.G. - Die Prophetenbücher, München: Goldmann 2002 - Seite 32)

In diesem Sinne plädiere ich, dass es an der Zeit ist, loszulassen. All die Erwartungen, welche so viele Beziehungen vernichten und belasten. Lassen wir es ruhen und richten unsere Energie nach Innen. Zu uns. Um etwas ganz wunderbares zu entdecken. Unser Bestes in uns - unsere Schatzkiste.

 

Ich habe das Glück, dass ich meine Schatzkiste gerade öffnen darf. Ich bin berührt und beseelt. Durch meine Arbeit - durfte ich auch schon dabei sein, wenn jemand sich auf den Weg macht, zu seinem Schatz. Und dieser Moment, wenn sie dann geöffnet wird, das Strahlen in den Augen zu sehen - das ist unbezahlbar.

 

Ich wünsche mir, dass dies noch ganz viele Menschen erleben. Es ist meine Vision. Ich bin überzeugt, dass es die Welt noch besser und wundervoller macht.

 

Herzgruss.  

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