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Stillstand & die Macht der Gedanken

Eine schmerzvolle Zeit liegt grad hinter mir. Ich hatte (habe) die letzten zwei Wochen so starke und plötzliche Rückenschmerzen, dass ich mich zeitweise (fast) nicht mehr allein anziehen konnte. Mich auf dem Sofa von einer Seite auf die andere Seite drehen, ein Minutenakt. Ganz plötzlich waren diese Schmerzen da. 

Ein willkommener Zustand, welcher mein Verstand gleich ausnützte. Ständig waren diese Gedanken da, was will dir dieser Schmerz nun sagen? Wieso hast du solche Schmerzen? Was ist passiert? Ich hatte eine Gedankenautobahn im Kopf. Und konnte durch die Schmerzen kaum einen Stop dieser Gedanken erzwingen. Der Verstand sucht nach einer Erklärung. 

 

Ich habe das ganze Programm ausprobiert. Den Schmerz spüren, hinein atmen, hinein fühlen. Spüren. Es ist mir nicht gelungen, den Verstand dabei abzustellen und mich meinem Gefühl und dem Herz hinzugeben. Die Gedanken waren unglaublich stark. Der Schmerz lähmte mich und ich kam nicht zur Ruhe. Ich habe ständig nach einer Lösung gesucht. Der Verstand will immer alles erklärt haben. Emotionen und Gefühle haben da keinen Platz. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich gegen den Schmerz ankämpfen wollte.

 

STOP!
Plötzlich war mir klar, ich gebe mich diesem Zustand und den Schmerzen einfach hin. Ich akzeptiere jetzt einfach meinen Zustand. Irgendwie kam diese Stille zurück. Die letzten Wochen waren so kopflastig und ich war so am Funktionieren. Als Familie, als Paar wir waren so fokussiert und haben uns unendlich stark dem Alltag hingegeben. Als ich mich dazu entschieden habe, mich dem allem hinzugeben, zeigten sich wieder all die kleinen wundervollen und so kostbaren Momente. Trotz oder grad wegen den Schmerzen, sind sie mir wieder aufgefallen.

 

Ein Partner, welcher dich stützt und dich unterstützt bei jedem Aufstehen und Gehen. Jeder Schritt bei einem Spaziergang wieder als kleines Wunder anzusehen. Liebe zu spüren und zu sehen. In Gesten, Gedanken und Momenten, im Tun und Sein. Es war wie ein Aussteigen aus dem Müssen wieder zurück zum Wollen. Zum wirklich Wesentlichen im Leben. Zum Glück lieben zu dürfen und geliebt zu werden. 

 

Dein Kind als Wunder zu sehen. Weil es vor dir steht und dir ein Küsschen auf die Wange drückt. Dich umarmt und dir sagt: "Mama, ich habe dich so lieb."

 

Jetzt weiss ich, wozu diese Schmerzen da sind. Sie holen mich zurück, noch mehr zurück zum Wesentlichen. 
Sie holen mich zurück auf meinen Weg. Den Weg des Herzens. Den Weg des Moments. 

 

 

Akzeptieren hat mir geholfen, wieder zurück zum JETZT zurück zu kehren. Das JETZT ist für mich das Kostbarste was grad ist. Die Vergangenheit sein lassen und die Zukunft kommen lassen und im JETZT leben. Deshalb ist Akzeptieren auch ein Loslassen. Ein Loslassen der Vergangenheit und der Zukunft. 

 

Wo steckt ihr jetzt gerade? Im Jetzt oder bereits im Morgen oder Übermorgen. Oder hängen die Gedanken noch in der Vergangenheit herum? Wir dürfen selbst entscheiden. Wir tragen die Selbstverantwortung für unser Leben.

 

STOP. Ich bin jetzt einfach mal hier. 

 

Was bringt es, in der bevorstehenden Zeit 1000 Geschenken nachzurennen, wenn wir nicht bereit sind, Zeit zu verschenken. Bewusst Zeit miteinander zu verbringen. Und wenn wir uns noch so wehren, alles was bleibt und ist, ist immer nur gerade das JETZT.

 

Mir gelingt das nur, wenn ich meine Gedanken wie Wolken an mir vorbeiziehen lasse. Wenn ich ihnen nicht so viel Wert und Zeit gebe. Ich habe gemerkt, Gedanken vertreiben mich aus dem JETZT. Aus meinem Herzen und am Schlimmsten - von mir weg. 

 

UND - in Bewegung bleiben. Interessant ist, dass die Schmerzen am Stärksten sind, wenn ich Sitze. Sitzen heisst für mich Stillstand. Also in Bewegung sein, hilft. Nicht in Gedanken und Gefühlen ausharren. 

 

Ich vote für die Liebe, das Sein, das Herz und den Mut - die Gedanken einfach gehen zu lassen. 
Für was entscheidet ihr euch? 

 

Ich wünsche euch allen einen wundervollen Einstieg in den Advent.  

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Kommentare: 1
  • #1

    Nicole (Montag, 04 Dezember 2017 03:09)

    Eine wunderbare Idee und absolut empfehlenswert.
    Es gelingt mir nicht immer im Jetzt zu sein, aber immer öfter�