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Wie uns das JETZT Weihnachten versüssen kann bzw. unser Leben.

JETZT. Schön, seid ihr jetzt gerade hier bei mir und liest diesen Artikel. Dieser Artikel soll euch dabei helfen, dass bevorstehende Weihnachtsfest auf das Wesentliche zu reduzieren, den Moment. Doch die Tipps und Erkenntnisse hier drin, gehen weit über Weihnachten hinaus. Sie sollen euch den Alltag erleichtern. Ich will euch einige AHA's schenken, welche mir in letzter Zeit so bewusst wurden. 

 

Dazu eine kleine Geschichte. 

Es waren mal das JETZT, die Vergangenheit und die Zukunft. Das JETZT war stets fröhlich, ausgeglichen, glücklich und mit sich im Reinen. Es schätzte jeden einzelnen Moment und war einfach bei sich - einfach sein war seine Devise. Als zwischendurch die Vergangenheit vorbeischaute, merkte das JETZT das es ganz unruhig wurde. Ständig erzählte die Vergangenheit alte Geschichten, war genervt und sehr unzufrieden. Das JETZT wurde traurig, sehr traurig und auch wütend. Als sich die Vergangenheit verabschiedet hatte, kehrte sofort wieder Ruhe ein. Dann kam die Zukunft vorbei. Mit vielen Erwartungen im Gepäck. Die Zukunft erzählte nur in der "was-wäre-wenn-Form". Sie war gefüllt mit Erwartungen an andere, an sich selbst und an das Leben. Sie war so sehr mit sich, der Zukunft beschäftigt, dass sie überhaupt keine Zeit für den Moment und das JETZT hatte. Das stimmte das JETZT sehr nachdenklich. Ständig hatte es das Gefühl, von der Zukunft nicht gesehen zu werden. So entschied das JETZT, allein zu bleiben. Mit sich und dem Moment. Im Sein. 

 

 

Durch das Sein im Jetzt, werden Momente wieder wertvoller, Gesten berührender, Gefühle intensiver und Begegnungen stärker. 

TIPP - wie bemerke ich, dass ich aus dem JETZT falle? 

Übung und Achtsamkeit macht den Meister in uns. Das "sich bewusst werden" ist der Anfang. Ich selber merke es so. Wenn ich Erwartungen in mir trage und diese nicht erfüllt werden, dann stecke ich in der Zukunft. Wenn ich merke, dass mich jemand verletzt und ich wütend werde, dann hat das oft mit der Vergangenheit und alten Verletzungen zu tun. Also ist es wichtig, sich dessen Gefühlen bewusst zu werden, und zu versuchen ins JETZT zurückzukehren.
In dem wir wahrnehmen was gerade ist. Wie wir uns jetzt gerade fühlen. Wo und wie wir sind. 

 

Die Kinder zeigen uns das ganz wunderbar vor. So oft sind sie einfach gerade im Moment. Es gibt nur diesen einen Moment. Traurig daran, wir waren alle mal Kinder und konnten das auch. Den Moment lieben. Im JETZT sein. Warum sich diese Eigenschaft nicht wieder aneignen? Wir konnten es schon mal. 

 

Ich gebe zu, ich habe mich in den Zustand verliebt, in das JETZT. Es lässt einem wieder vielmehr das Wesentliche spüren. Im JETZT sind keine negativen Gefühle, kein Streit, keine Erwartungen, kein Hass und kein Neid. 

 

Mir ist aufgefallen, ihr alle kennt das sicherlich auch? Wir haben eines dieser Streitgespräche mit unseren Partnern oder Freunden, Menschen die uns wichtig sind. Achtet euch mal darauf, Streit entsteht fast nie aus dem Moment heraus. Streit entsteht, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden, wir also in der Zukunft sind gedanklich, weil wir uns schon bildlich etwas genau so vorgestellt haben, wie es dann sein sollte und dann enttäuscht sind, wenn es nicht so ist. Oder eine Situation uns in die Vergangenheit katapultiert und alte Schuldgefühle oder Verletzungen auftauchen. Bleiben wir jedoch im Moment, im JETZT, kann uns das helfen, solche "zu-nichts-führende-Gespräche" einfach im Keim ersticken zu lassen. 

TIPP - wie kommen wir gerade bei einem Streit zurück ins JETZT?

Stellt einander die Frage: "WAS wollen wir, das genau JETZT passieren soll? Probiert es aus, diese Frage wirkt gerade in "Ping-Pong-Streit-Gesprächen" wahre Wunder. Ich merke jedesmal, dass die dicke Luft gleich dünner wird und oft ein Lachen seinen Platz findet. 

Und Weihnachten ist eben genau so ein absolutes Erwartungsfest und hegt ein riesiges Potential um Platz zu schaffen, für Vorwürfe, alte Gefühle und Streit. Es gibt wohl kein anderes Fest, welches nicht so voll gepackt ist mit Erwartungen, wie Weihnachten.

Was wäre wenn, wir einfach mal nur sind. Was wäre, wenn wir all die Erwartungen sein lassen. Und es als absolutes Geschenk ansehen, dass alle die da sind, einfach da sind. Und jeder darf so da sein, wie er es will. Was wäre wenn, wir Weihnachten im JETZT feiern. Im Moment. Und eben nicht nur an den besagten Weihnachtstagen, sondern eigentlich jeden Tag. Jeder Moment - das JETZT hegt die wundervollsten Geschenke für uns bereit. 

Ich wünsche euch allen eine wundervolle Adventszeit, viel Liebe für den Moment. Und ein achtsames Umgehen mit sich und dem Umfeld. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Monika Obrist (Mittwoch, 06 Dezember 2017 16:41)

    Ein ganz bezaubernder Artikel, liebe Sandra.

    Es ist so einfach und manchmal doch so schwer weil wir uns automatisch immer wieder in alten Gewohnheiten verlieren. Denn nichts anderes ist es, "das immer wieder in die Vergangenheit oder Zukunft gleiten". Dabei verpassen wir die Schönheit und das Glück, das in jedem Moment liegt.

    Mir kommt dazu spontan ein Buch in den Sinn, das ich vor Jahren gelesen habe. "Leben ist Jetzt" von Alan Watts. Darin sagt er sinngemäss: Befreiung bedeutet, das Leben nicht zu verschieben sondern sich achtsam dem Hier und Jetzt hinzugeben.

    Trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich in diese alte Gewohnheit zurückfalle. Mittlerweile checke ich das recht schnell. Ich schnippe dann mit den Fingern über meinem Kopf und sage: "Stopp!! Hast Du jetzt im Moment ein Problem?" Meistens ist das nicht der Fall und so komme ich raus aus dem Kopfkino und schenke dem Jetzt wieder die Achtsamkeit, die es verdient.

    Vielen Dank dass Du Deine Erfahrungen und die wunderbaren Hearty Heroes mit uns teilst.

    Herzlich
    Moni

  • #2

    Irka (Donnerstag, 07 Dezember 2017 11:05)

    So schön und wahr liebe Sandra! Hab eine frohe JETZT-Weihnachts-Zeit!
    LOVE Irka

  • #3

    Mirjam (Montag, 11 Dezember 2017 08:34)

    Liebe Sandra, soooo schön hast Du es auf den JETZT-Punkt gebracht :-). Danke vielmals für Deine inspirierenden Worte und das berührende Geschichtlein! Herzgrüsse, Mirjam

  • #4

    Julia Bigler (Montag, 11 Dezember 2017 14:46)

    Liebe Sandra, ich danke dir von Herzen für deine wunderschöne Geschichte vom Jetzt! So kurz, so rund, so wahr, so fein! Alles Liebe an dich, Julia