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Der Weg der Erfahrung - nur ich allein kann ihn für mich gehen.

 

Oft stecken wir mitten in einer Situation und denken dabei, warum ich? Warum muss das gerade genau mir passieren? Kennt ihr diese Fragen? Letzthin ist ein Interview über mich erschienen bei Robin Rehmann auf SRF Virus. Es geht um meine Vergangenheit. Kurz, ich wurde früher oft gehänselt wegen meinem Übergewicht. Ich gab schlanken Menschen einen grösseren Wert, als mir selber. Wie oft, habe ich mich dabei mit dem Gedanken erwischt, warum genau ich? Warum bin ich so dick und nicht jemand anders. Überall wo ich hin gegangen bin, sah ich nur schlanke Menschen. 

 

Heute, viele Jahre später habe ich mich mit dieser Geschichte versöhnt. Wie auch mit vielen anderen Themen.
Weil mir mehr und mehr bewusst wird, dass nur ich diesen Weg, meinen Weg gehen kann. Diese Erfahrungen gehören zu mir und formen mich zudem, was ich sein darf. Aus diesem Grund bin ich der festen Überzeugung, dass es keine richtige und falsche Entscheidung im Leben gibt. Es gibt Möglichkeiten, wie an einer Wegkreuzung und wir haben oft die Wahl zu entscheiden, welchen Weg wir nun auswählen. Jeder Weg, jede Entscheidung bringt das mit sich, was für uns gerade wichtig ist. Zu erleben. Zu lernen. 

 

 

Das gibt eine unglaubliche Befreiung. Und ich weiss heute, dass niemand für uns Erlebnisse, Prägungen, Entscheidungen oder Meinungen lösen - ja sogar auflösen kann. Das wollen wir doch auch nicht. Oder?
In dem Moment wo wir diese Themen abgeben, geben wir auch unsere Selbst- und Eigenverantwortung ab.
Wir lassen uns fremd steuern und das kann echt gefährlich werden. UND wir geben die Erfahrung, den AHA-Effekt, unser Learning einfach ab. Was in der heutigen Konsumgesellschaft sicherlich sehr bequem sein kann. Ich habe ein Problem, suche mir jemanden, die Coachingbranche boomt und mein Problem löst sich einfach auf.
Der oder die soll das für mich lösen.

Nein, danke! 

 

Sich Hilfe holen ist absolut in Ordnung. Doch bei jeder Hilfestellung bedarf es, die Selbstverantwortung bei sich zu behalten. Die Rolle des Coach oder Mentors darf sein, uns durch Fragestellungen und Reflexionen zur Lösung zu begleiten. Doch die Lösung kreieren schlussendlich wir selbst. Und dies innerhalb eines fix definierten Zeitraums. Dann sollte Schluss sein. Wie in einem Schwimmkurs, wir lernen schwimmen und dann schwimmen wir allein weiter. 

 

Ich stelle mir das vor, wie durch ein Nadelöhr. Ich bin jedesmal stolz, wenn der Faden durch das Nadelöhr passt. So ist es mit unseren Erfahrungen, nur wir selber sollten da durch. Durch die Situationen, Aufgaben, Entscheidungen und Erfahrungen, welche uns das Leben schenkt. Das braucht manchmal Zeit. Diese lohnt es sich zu nehmen. Nur so haben wir die Möglichkeit diesen Moment zu erleben, wo alles Sinn macht. Wo Verständnis und Versöhnung mit dem Erlebten sich vereint, ein AHA sich zeigt und eine Ruhe einkehrt. Und ein Gefühl von, wow, ich habe es geschafft. Ich durfte einen weiteren Schritt zu mir selbst machen. Ich bin gewachsen.
Wieder etwas mehr. Jedes Mal komme ich mir näher. Das ist wie nach Hause kommen. 

 

Also lasst uns gemeinsam vorwärts gehen. Schritt für Schritt. Erfahrung um Erfahrung. Hoch und Tief. 

Komm Leben, lass Dich umarmen. Das ist Leben. Ich will leben. 

 

Herzlich Willkommen bei Dir. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Monika (Mittwoch, 14 März 2018 11:33)

    Vielen Dank für Deine inspirierenden Zeilen liebe Sandra. Du schaffst es immer wieder mich im richtigen Moment auf Spur zu bringen, wenn ich mal grad wieder denke dass irgendwas in meinem Leben nicht so sein sollte wie es ist.

    Herzlich
    Moni